Klarheit contra Terrorwahn

Seit dem 11. September 2001 beschäftigen Terroranschläge mehr und mehr die Öffentlichkeit. Die Reaktionen reichen von Unsicherheit und wachsender Angst auf der persönlichen Ebene bis hin zu schärferen Sicherheitsgesetzen in vielen Ländern des Westens. Auch die Kriege in Afghanistan und dem Irak werden als Reaktionen auf die terroristische Bedrohung betrachtet.

Obwohl die Terroranschläge der letzten Jahre in den westlichen Metropolen also größten Einfluss auf Politik und Zusammenleben hatten, spielen weitergehende konkrete Informationen über die einzelnen Anschläge nur eine untergeordnete Rolle in der öffentlichen Debatte. Die wenigsten wissen näheres über die Attentäter von London 2005, Madrid 2004 oder die Flugzeugentführer des 11. September 2001.

Der Film

„Terrorwahnsinn“ ist ein Film von Paul Schreyer, der dieses Defizit verringern möchte. Der achtminütige Kurzfilm beschreibt in einer Kette von Fotos und Texttafeln die grössten Terroranschläge der letzten Jahre, ihre mediale Wahrnehmung, sowie politische Reaktionen darauf. In der zweiten Hälfte des Films beginnt die Kette der Bilder von neuem, doch nun ergänzt um in der Öffentlichkeit wenig bekannte Fakten, die die Geschehnisse in ein neues Licht rücken. Anliegen des Films ist die Vermittlung von zeitgeschichtlichem Wissen, das die derzeitigen politischen Entscheidungen transparenter macht.

Die Webseite

Diese Webseite will darüberhinaus in kompakten Artikeln unabhängige und belegbare Informationen zu den einzelnen Terroranschlägen verfügbar machen. Vielleicht erscheint es einigen abwegig, sich über Details großer internationaler Terroranschläge auf einer Webseite zu informieren, die man nicht anders als selbstgemacht bezeichnen kann. Auch darf der Autor nicht von sich behaupten, für den „Spiegel“ oder die „FAZ“ zu schreiben.

Woher bezieht diese Zusammenstellung von Texten also ihre Glaubwürdigkeit? Und - ebenso wichtig - warum sind die hier präsentierten Fakten, wenn sie tatsächlich relevant sind, dann nicht in ebenjenen großen Zeitungen veröffentlicht worden?

Die Antworten darauf sind einfach: ihre Glaubwürdigkeit beziehen die Texte aus nachprüfbaren Quellenangaben. Und die großen Zeitungen haben paradoxerweise alle hier dargelegten Fakten sehr wohl einmal veröffentlicht. Allerdings nie gemeinsam in diesem Zusammenhang, sondern über die Monate und Jahre verstreut, oft in Form einzelner kleiner Agentur-Meldungen. Solche einzelnen Meldungen werden in der Regel aber schnell wieder vergessen.

Das Fehlen einer kritischen Analyse der großen Terroranschläge ist somit auch nicht nur ein Versagen der Leitmedien. Mitverantwortlich ist die immer kürzer werdende Aufmerksamkeitsspanne von Nachrichtenkonsumenten, die Zusammenhänge leider oft nur noch begreifen, wenn sie direkt darauf gestoßen werden.

Kritische Distanz

Noch gravierender ist allerdings die Tatsache, dass seit dem 11. September 2001 in den westlichen Leitmedien ein Meinungskonsens gewachsen ist, von dem ein Journalist sich kaum mehr ungestraft entfernen kann.

Dabei liegt auf der Hand: erst die Fähigkeit zur kritischen Distanz vom Konsens ermöglicht klares, unabhängiges Denken. Und so lautet die ungewöhnliche These dieser Textsammlung: Was wäre, wenn einige der großen Terroranschläge der letzten Jahre mit Wissen unserer Geheimdienste geplant und ausgeführt worden sind? Wozu diente dann der „Anti-Terror-Kampf“? Und vor wem müssten wir uns dann schützen?

Abseits gängiger Verschwörungstheorien präsentiert diese Webseite belegbare Informationen, die eine solche These weniger absurd erscheinen lassen, als man auf den ersten Blick glauben möchte. Welches Urteil der Leser allerdings letztlich dazu fällt, bleibt ihm überlassen.

Ich habe mich entschlossen, den aktuelleren Betrachtungen der Anschläge in New York und Washington 2001, Madrid 2004 und London 2005 eine historische Parallele voranzustellen. Das Attentat auf den Bahnhof in Bologna 1980 ist in vielerlei Hinsicht ein Vorläufer der heutigen Anschläge, von dem man viel lernen kann. Bei diesem Attentat wurden die wahren Schuldigen übrigens erst nach 15 Jahren, 1995, verurteilt. Es waren ganz andere, als zuerst angenommen.

Wer „mitreden“ will, sollte also erst einmal „mitlesen“, auch wenn dies hier ganz sicher kein Lesevergnügen wird. Denn die Lektüre ist alles andere als beruhigend und entspannend.


Paul Schreyer, September 2007


Paul Schreyer ist freier Journalist und Co-Autor des Tatsachenromans zu den Anschlägen vom 11. September "Die Legende" ("Ein Thriller, der die meisten Großverlag-Produktionen übertrifft" - Stephan Draf, Stern).